And again, the internet is not something you just dump something on. It’s not a truck. It’s a series of tubes. And if you don’t understand those tubes can be filled and if they are filled, when you put your message in, it gets in line and its going to be delayed by anyone that puts into that tube enormous amounts of material, enormous amounts of material.

Senator Ted Stevens zitiert nach Wired .

Was mir beim jahresausgänglichen infoökonomischen Anticluttern das erste Mal in dieser Klarheit aufgefallen ist und bevor ich es vergesse:

Der ganze Komplex Streaming – der ja doch einen nicht unbeträchtlichen Anteil am gesamten Webaktivitätskuchen hat, zumal ja das ganze Sharing ein Subset vom Streaming ist – basiert auf einer sehr einfachen Struktur:

  • es gibt eine URL
  • die mit einer Annotation versehen wird
  • und durch einen Bewegungsimpuls in einem Kanal/einer Series of Tubes reaktualisiert wird.

Es gibt zwar ein paar Grenzfälle – die Annotation kann z.B. leer sein (etwa bei allen phatischen Gesten wie Likes), der Bewegungsimpuls kann z.B. ein chronisches Einfrieren sein (etwa beim klassischen antisozialen Bookmarking, bei dem man die URL quasi aus dem Strom reißt, wobei das wiederum Ausgangspunkt eines abgeleiteten Stroms werden kann), die URL kann nichtexistent sein (und wird etwa erst im Stromereignis erzeugt; ein Tweet ist z.B. eine Annotation zu seiner eigenen URL), usw. – aber unterm Strich sind die meisten Tools die wir so kennen und lieben nichts anderes als Maschinen zur Produktion, Rezeption und Distribution von solchen Stream-Ereignissen. Sie unterscheiden sich lediglich in der Art, wie die möglichen Unterscheidungen ausdifferenziert werden.

Fast alle Tools sind dabei Mischformen und bedienen unterschiedliche Ebenen und Aspekte der Produktion, Rezeption und Distribution gleichzeitig.

(zb: der google reader ist primär ein tool zur anzeige von feeds im volltext für einen selbst. feeds sind dabei die universellste normalform, auf die sich URLs dem strom zur verfügung stellen können. gleichzeitig offeriert der GR aber funktionen zur organisation der informationen für einen selbst – starring, tagging, search – und funktionen zum weiterströmen – send to und eben nicht mehr sharing, welches selbst einerseits im GR für das eigene netzwerk und falls public selbst als feed für alle offen war -.)

Die Tools können oder besser sollten sich nun einige Dinge überlegen (wie lange kann die Annotation sein, wie zeige ich den Inhalt der ursprünglichen URL an, welche Quellen lassen ich als Inputs zu, führe ich den Komplex privacy ein oder nicht, welche Formen lasse ich als Outputs zu, welche Features zur persönlichen Organisation der Informationen offeriere ich und wie, welche Features zur Redistribution offeriere ich und wie, welche Features zur sozialen Vernetzung offeriere ich und wie, welche Formen der Diskussion erögliche ich und wie, etc; man kann hier noch ein bisschen schürfen) aber unterm Strich tun sie nichts anderes, als mögliche Entscheidungen zum Handling von Strom-Ereignissen auszudifferenzieren und ihnen einen – thematischen, sozialen, haptischen – Kontext zu geben.