(nts: mich öfter selbst zitieren)

minianmerkung zu google+, genauer gesagt ein erstes bauchgefühl, weil ich mich damit noch nicht besonders lange herumgespielt habe, aber ich bin glaub ich nicht ganz so begeistert, wie einige andere, und here is why:

a) das soziale design ist ein bisschen patschert. auch wenn das verfolgen i.g.z. facebook asymmetrisch und also sehr webby ist (siehe asymmetric core), man also anderen folgen kann ohne dass sie zurückfolgen müssen etc., so ist diese asymmetrie i.g.z. twitter nicht nur asymmetrisch auf dieser ebene des verfolgens/empfangens, sondern auch asymmetrisch auf der ebene des sendens. und damit ist es vl. ein bisschen zu viel des guten, weil der raum ‘unvertraut’ definiert wird. der sender bläst die nachricht in einen trichter, den er für ein bündel von adressierten eingerichtet hat, und die empfänger bekommen die nachricht durch einen u.u. ganz anderen trichter, den sie für ein bündel von adressierern eingerichtet haben, aber zwischen sender und empfänger kommt es zu keiner kommunikativen verständigung über die art dieser trichter, zu keinem abgleich der erwartungshaltungen an diesen trichter usw. missverständnisse scheinen mir da vorprogrammiert.

(im grossen und ganzen haben sie sich an paul adams’ real life orientiert, ohne das aber im design abzubilden; der name des kreises ist geblieben, aber nicht die reziprozität des kreises im echten leben)

b) es fehlt mir (zumindest derzeit noch) die carlness, also der grund, warum es das eigentlich gibt (ausser dass google auch was mit social machen will), die wesenheit von google+, die das sharen auf eine spezifische und eigene art strukturiert (und die man auf allen populären plattformen spüren kann; der fehler von google war schon immer zu glauben, dass es ein sharen an sich gibt, während sich das sharen immer in dialektik mit dem jeweiligen ökosystem ausdifferenziert, man denke an facebook, twitter, tumblr, dem alten myspace usw.). mein strom kommt mir eher schizoid vor, in dem sinne, dass die meisten eine von einem anderen dienst bekannte praktik wiederholen, sich jeder dabei aber einen anderen dienst ausgesucht hat, viele facebook.

c) das ist zwar nicht besonders sozial, aber ich hasse das geschnatter von leuten, die ich nicht kenne, das aber in meinen strom gespült wird und das teilweise die idiosynkratischen nettigkeiten zum unangenehmen hin verstärkt. ich liebe den katzencontent von leuten, denen ich folge, aber ich kann auf die adhoc chats darüber verzichten. und es gibt keinen weg, das zu filtern.

ansonsten gibt es viele kleinigkeiten, siehe das piratepad von @chl, aber unterm strich ist es doch sehr super.