A: Weiss nicht genau, aber es liegt wohl daran, dass der Deal wahrscheinlich an sich das konzeptionell langweiligste soziale Objekt überhaupt ist. Die Schönheit des frühen Groupons lag ja gerade im Herauskitzeln einer guten Idee, in der Reverpackung des Deals innerhalb einer netten Erzählung, in der Aufwertung eines schnöden Dings durch Zirkulation in einem sozialen Gefüge. Aber mein Problem mit Groupon ist dann noch gar nicht die Transformation von sich selbst in eine – dann weniger gut (aber immer noch ganz gut) erzählte, weniger (aber immer noch) aufwertende – universelle Plattform für lokale (oder auch nicht) Deals, mein Problem ist (eigentlich ähnlich wie bei facebook), dass das überhaupt sein kann, dass sowas wie Groupon im Jahr 007 nach Web 2.0 nicht nur noch existieren, sondern sich auch noch fast als Leitmotiv für alle anderen formieren kann. Vergiss die haque’sche Dreifaltigkeit aus Märkten, Communities und Netzwerken und die möglichen Effekte (Interpenetration auf den verschiedensten Feldern, Ausdifferenzierung entlang der verschiedensten Achsen, etc.) – 50% off und gut ist’s. Aber Deals machen die Märkte nicht schlauer oder besser, wenn überhaupt machen sie sie dümmer; und Deals machen die Konsumenten nicht schlauer oder besser informiert, wenn überhaupt, dann bringen sie Leute dazu, mehr Crap zu kaufen, den sie eigentlich nicht brauchen (wahrscheinlich werden Dauerschnäppchenjäger mittelfristig sogar unglücklicher, weil sich der Gebrauchswert auflöst und der Dealwert ja verpufft, sehr hobbypsychologisch vermutet); und Deals stellen natürlich die anbietenden Shops oder Dienstleister nicht besser, und auch wenn es vl. betriebswirtschaftlich betrachtet in einigen Situationen sinnvoll erscheinen kann, 75 cent pro euro zu verschenken, als gar nichts zu machen, siehe etwa, so vergessen diesen Überlegungen ja, was man im Webzeitalter alternativ nicht alles machen könnte, also die strategischen Opportunitätskosten. Gleichzeitig macht das Groupon zu einem schönen Detektor für Bereiche, für die noch eine Lösung gefunden werden muss/kann.