A: Weiss nicht genau, aber irgendwas an Quora löst bei mir fast einen narkoleptischen Reflex aus. Dabei finde ich einige Aspekte durchaus spannend (etwa die möglichkeit zum beobachten der herde und sich selbst als teil der herde, oder die grundsätzliche möglichkeit für startups, distinktionsgewinne auch noch auf der abgekautesten weide erzielen zu können, einfach indem man zur richtigen zeit die richtige ebene ein richtiges stückchen verschiebt, usw.), aber so vom Vibe her kommt es mir so vor, dass Fragen eher gestellt werden, um elegant beantwortet werden zu können und um dann kollektiv über sich selbst gerührt zu sein, als um eine Antwort auf ein echtes Problem zu bekommen. Ich bin da vl. ein bisschen hysterisch, Fragen empfinde ich grundsätzlich schnell als Zumutung, vor allem wenn sie im falschen Raum/Situation/Kontext/etc. gestellt werden, aber bei Quora vermisse ich trotz der tatsächlichen Qualität vieler Threads und trotz bzw. vl. gerade wegen der Qualität der Antwortenden (omg, stelle eine frage über ein startup und der gründer selbst klärt das auf, omfg, frage irgendwas über finanzierung im valley und die ganze riege der hippen vcs stellt sich ein und gibt ihren senf zum besten) die (systemisch oder kulturell eingebaute) Fähigkeit, dumme Fragen erkennen und entsprechend behandeln zu können. Wenn man will hat Quora ein Luxusproblem: während sich andere Seiten mit blöden Antworten rumschlagen müssen, muss sich Quora mit guten Antworten auf bzgl. der Sinnhafigkeit unentscheidbaren Fragen rumschlagen; das muss aber mittelfristig kein Vorteil sein, weil sich eine Community eher entlang eben dieser Achse der jeweiligen Entscheidung was eine gute und was eine dumme Frage ist ausdiffernzieren kann, siehe etwa das Paradebeispiel Ask MetaFilter, aber eben auch Yahoo Answers usw.