duh, Google besteht beim Zugriff auf die Kontaktdaten via der Contacts API fortan auf Reziprozität :

5.8. Google supports data portability. By accessing Content through the Contacts Data API or Portable Contacts API for use in your service or application, you are agreeing to enable your users to export their contacts data to other services or applications of their choice in a way that’s substantially as fast and easy as exporting such data from Google Contacts, subject to applicable laws.

Der Grund ist natürlich, dass sie sich denken: es kann doch nicht sein, dass Facebook sich unseren social graph einverleiben kann, aber wir nicht den von Facebook. Aber die Methode hat zwei Probleme:

(1) es geht sie nichts an. Es sind die Daten der User und wenn einer seine Kontakte in einen anderen Dienst importieren will, dann kann es nicht an Google liegen nein zu sagen, weil der andere Dienst nicht die gleiche Möglichkeit offeriert.

(2) und beunruhigender: Google erweist sich als erratisch. Bis dato konnte man Google mit etwas gutem Willen immer unterstellen, nach bestimmten Prinzipien und mit einer bestimmten Moral ausgestattet zu handeln. Dass ihnen dieses Handeln in der Folge auch immer selbst zugute kam, konnte als positiver Nebeneffekt beschrieben werden. Wenn sie aber beginnen diese Prinzipien dort zu verklausulieren, wo sie ihren unmittelbaren Vorteil plötzlich nicht mehr sehen oder um Druck auf einen Konkurrenten auszuüben (auch wenn das motiv nachvollziehbar ist), dann bedeutet das, dass man ihnen alles zutrauen kann. Das Problem also ist, dass ihnen das überhaupt in den Sinn kommt (bzw. dass sie in der Folge keine Mechanismen haben, dieses in den Sinn Gekommene (klar kann das einem Engineer, der am Google Me sitzt und sozialgraphische Allmachtsphantasien entwickelt, auch mal durch den Kopf gehen) zu verwerfen.)