#nts: hab während der sichtung meines buchbestandes einige bücher in eine wiedermaldurchblättern queue gestellt und hab gestern und heute snow crash (92), data trash (94) und netzkritik, materialien zur internet-debatte (97) gescannt, und während das schon ein paar monde her ist, der blick zurück ist nicht unwitzig, weil es tatsächlich so was wie einen politisierten diskurs gegeben hat, der mit dem heutigen gebabbel nicht vergleichbar ist, der einzig darunter leidet, dass sich keine der metaphern (cyberspace als virtueller raum für dematerialisierte körper, information superhighway, virtual worlds/classes, ..) dann als relevant beweisen konnten und es im grunde einfach anders gekommen ist (dabei ganz witzig, dass der linke und autonome diskurs von anfang an die entwicklungen eher mit skepsis beobachtet hat, weil ausgerechnet der rechte diskurs sich einige traditionelle linke konzepte auf das internet zurechtgemappt und umkodiert hat (postmoderner lingo wird zur kalifornischen ideologie, technischer fortschritt dient automagisch dem staat (überwachungstechnologien, ..) und/oder dem freien markt (biotech, …) und/oder den telcos und medienkonzernen (we will like totally rock the cyberspace), ..), was den linken diskurs auf eine seltsame position des befürchtens festnagelte. gleichzeitig haben sie den gegner und seine kommende macht so hoch phantasiert, dass nur aktivismus, sabotage der netze, symbolische interventionen, usw. als handlungsspielraum blieb (teilweise auch retrospektiv nett, hakim bey etwa befürchtete eine klassengesellschaft, weil sich die wenigsten die teuren vr-ausrüstungen und datenhandschuhe leisten werden können; teilweise auch ein bisschen zu gut gemeint: was soll daran gut sein, wenn informationen frei zugänglich sind? wir wissen alle, dass informationen und wissen nichts anderes als mittel eines herrschaftsapparates sind, den gilt es also an der wurzel zu bekämpfen; unterm strich wurde das baby jedenfalls mit dem grundsätzlichen antikapitalismus ausgeschüttet).