hmm, irgendwas riecht fischig, bei diesem google und verizon proposal (“A joint policy proposal for an open Internet”).

(vorgeschichte: letzte woche hat die nyt über gespräche zwischen google und verizon berichtet und einen möglichen deal bzgl. priorisierter datenübertragung vermutet; google hat das dann kategorisch bestritten, blödsinn, we are committed to an open internet, allgemeine gespräche gibt’s schon lange; ein paar tage später dann diese erklärung und ein zusammengeschusterter conference call)

inhalt: wir lieben das internet und solange das zeugs legal ist, darf bei wireline nicht diskriminiert werden, aber es könnte mal neue dienste geben, und da darf dann schon diskriminiert werden, wie sonst könnte es innovationen geben, aber das muss transparent kommuniziert werden.

gigaom hat das u.a. inhaltlich kritisiert und beschrieben, was das für andere startups bedeuten könnte – aber was sich mir echt nicht einleuchtet ist, warum sich google auf politischer ebene in so eine jauchegrube setzt. politisches intervenieren ist sicher auch google nicht fremd, aber bis dato haben sie sich, soweit ich das überblicken kann, eher defensiv verhalten und ihre praktiken (natürlich im namen der offenheit, aber die interessen haben sich da gedeckt) verteidigt (i.e. ihre stellungnahme zur us-version des leistungsschutzrechts). warum sie sich aber gerade in einem so heiklen bereich öffentlich hinstellen und einen lauen kompromiss vorstellen, der im kern gegen alles läuft wofür sie bis dato gestanden sind und bei dem sie ganz offensichtlich ein künftiges mobiles tafelsilber, das ihnen nicht einmal gehört, gegen jetzige interessen verscherbelt haben, und eine art regelwerk inkl. sanktionsmechanismen (”… a penalty of up to $2 million on bad actors …”) vorstellen, das aber eben auch nicht mehr als eine stellungnahme von zwei privaten unternehmen ist, an dem sie aber natürlich trotzdem gemessen werden und bei dem ihr don’t worry, we love the public internet eher wie ein schlechtes doublespeak wirkt, ist unverständlich.