minianmerkung zur anonyme kommentierer debatte (aufgeworfen von martin w. hier / these: anonyme sind mir suspekt, erreichen mich nicht voll; umgedreht von martin l. [auf google buzz und also verschwunden] / these: anonymität ist ein feature, man kommentiert sich in die welt; politisiert von heinz w. hier / these: wir brauchen furchtlose rede, ‘wer sich selbst versteckt, kann nicht von anderen transparenz verlangen’):

was ich an anonymen kommentaren spannend finde: sie sind wohl ehrlicher als die zivilisierte version, die man mit seinem real name (oder stabilen pseudonym) abgeben würde; gibt man sich zu erkennen, dann läuft im hintergrund automatisch der strategische apparat des sozialen miteinanders ab (man trifft sich immer zweimal und vl. ist es keine so gute idee, wenn ich ihm jetzt klar und deutlich sage, wohin er sich seine schwachsinnigen thesen am besten stecken sollte, vl. sollte ich ihm eher etwas honig ums maul schmieren, etc.); ist man aber anonym, dann fallen nicht nur die sozialen restriktionen, sondern es setzt für einen kurzen moment auch das über-ich aus (das einem normalerweise ja auch sagen würde ‘schäm dich, dass du so was auch nur denken kannst’) – man ist also für diesen kurzen moment wirklich man selbst.