wer jetzt nicht mitzieht, der ist voll daneben

marcus alexander

nur mal leise dahingedacht … ich frage mich gerade, ob facebook mit der vorgestellten open graph / graph api / social plugins kombi (eine genauere beschreibung davon gibt’s hier oder hier) nicht gerade einen steilpass für twitter hingelegt hat.

twitter könnte nämlich ohne probleme das gesamte prinzip übernehmen und aber gleichzeitig das für die publisher, die user und alle anderen zusammen wesentlich attraktivere angebot schnüren.

facebook was macht facebook?

- nun, es gibt einige widgets, allen voran der like-button, den man auf seine eigene seite pappen kann. man macht das, weil man sich zwei dinge verspricht: mehr attraktivität für die besucher, weil sie ggf. schon die spuren ihrer freunde finden können; und für sich selbst, weil die besucher idealerweise liken und also die seite unter den freunden streuen und also neue besucher bringen (omg, 500 mio facebooker liken unser zeug).

- und es gibt einen sich zunehmend verdichtenden und schlauer werdenden supergraph, der den in facebook vorhandenen social graph mit dem ‘open graph’ via iliketrischer impulse verwebt; mit der graph api lässt sich das dann auch befragen.

twitter was könnte twitter machen?

der open graph ist ja nichts anderes als die summe aller webseiten, die sich selbst dem protokoll entsprechend semantisch auszeichnen. aber das protokoll ist offen und auf diese daten haben alle zugriff, auch twitter (oder google).

und einen eigenen – mehr als ausreichend grossen – social graph hat twitter auch, mit dem nicht unwesentlichen unterschied, dass er (private accounts ausgenommen) öffentlich ist.

open graph

was twitter also fehlt sind die widgets, eine api und die möglichkeit tweets mit open graph objekten zu verknüpfen.

- aber mit den kommenden annotations hat twitter schon bald die möglichkeit, die tweets mit den open graph daten zu annotieren. jeder tweet zu einem og-objekt könnte also mit den jeweiligen metadaten ausgezeichnet werden.

- und die api ist zwar kein projekt fürs wochenende, aber kein unlösbares problem. und wenn sie die api haben sind die widgets ein klacks.

twitter könnte also dem restweb das gleiche angebot wie facebook machen (pappe unseren like button und widgets drauf, gerne auch neben denen von facebook), nur wäre es für die webseitenbetreiber eigentlich noch viel besser, weil diese widgets nicht den eiertanz rund um die privacy-einstellungen von facebook machen müssten.

anders als facebook könnte twitter die widgets nicht nur personalisieren (die und der deiner freunde haben auch darüber getwittert, das und das könnte dich auf basis des verhaltens deiner verfolgten interessieren) sondern der betreiber könnte die aktivitäten eben auch publizieren und vollwertig in sein angebot integrieren, weil die tweets eben (grösstenteils) public sind.

man könnte das jetzt noch lange weiterspinnen, aber unterm strich: a gmahte wiesn ist das für facebook nicht. das konzept und die umsetzung ist zwar genial und facebook wird damit sich und das web nachhaltig transformieren, aber der relative wettbewerbsvorteil von facebook im bereich social könnte auch abnehmen. twitter könnte damit das fehlende stückchen gefunden haben, das tweets semantisch mit der welt verankert, und auch das offene web könnte damit den notwendigen tritt in den allerwertesten bekommen haben und mit einer eigenen reinterpretation aufwarten.