Über einen Mangel an massenmedial vermitteltem Diskurs über das Web kann man sich in letzter Zeit eigentlich nicht beklagen. Eigentlich auch nicht über die Qualität der aufgestellten Protagonisten (im sinne von: sie versuchen wohl wirklich, ‘experten’ für themen und standpunkte zu finden, so ein hau-drauf-journalismus (gaschke usw.), der davor eher die regel war, wird zumindest ergänzt; man denke an diese internetdenker serie in der faz, die besetzung von diskussionsrunden, etc. nicht alles superduper, aber man hat nicht mehr das gefühl, zumindest nicht mehr immer, dass sie absichtlich verblöden wollen).

Und trotzdem findet, kommt mir vor, kaum Vermittlung statt, und zwar jenseits des allgemein üblichen (und in jedem bereich gegebenen) Aneinandervorbeiredens.

Mit persönlich ist es zwar eher egal, was irgendwer über das Internet denkt, aber diese genuine Selbstvermittlungsunfähigkeit des Webs finde ich interessant. Woran liegt es, dass ein Ding, das (neben anderen eigenschaften) auf den verschiedensten Ebenen (persönlich, kollaborativ, wirtschaftlich, sozial, kulturell, you name it) ein enormes Potential für ganz trivialen egoistischen Nutzen hat, bezüglich dessen ‘Verständnis’ es also ein stinknormales Eigeninteresse geben sollte, mit so unfruchtbaren Begriffen und Beschreibungen abgebildet wird?

Diese Unfruchtbarkeit des Diskurses erstreckt sie ja nicht nur auf die Bereiche, in denen man das erwarten könnte – etwa shirkys ‘institutions will try to preserve the problem to which they are the solution’; wer für sich böses ahnt will nachvollziehbarerweise desinformation und regulierung -, sie erstreckt sich über alle Bereiche, auch die Web-nativen.

Something to think about.