Hab mich, nachdem die API für die Twitter Lists jetzt dokumentiert ist, am Wochenende ein bisschen damit herumgespielt, und man kann doch einiges damit machen. Neben dem expliziten Layer (vor allem natürlich: Twitterer nach Themen sortieren) tun sich vor allem Möglichkeiten auf, einige implizite Schichten herauszuschälen bzw. zu organisieren.

Ich glaube zwar es ist wichtig, trotz aller listgegebenen Segmentierungsmöglichkeiten einen in sich intakten Hauptstrom zu behalten (sprich: nicht hunderten/tausenden zu folgen, um sie dann in listen abzuheften) – die Selektionskosten sind wertvoll, aber es gibt doch einige interessante (und am besten komplementär genossene) List-Paare. Etwa:

twitter lists

Filter nach Volumen

Alle Twitterer sind gleich, aber einige sind fleissiger als andere. Ich habs bei mir mal überflogen: 10% aller Tweeps (bei mir 20) erzeugen die Hälfte aller Tweets. Das ist bei anderen Accounts sicher nicht anders.

Diese Tweets können natürlich genauso super etc. sein, es stellt sich aber die Frage, ob man will, dass wenige den eigenen Strom dominieren, nur weil sie es halt tun. Immerhin verdrängen sie u.U. auch Tweets von denen, die weniger twittern.

Manchen fehlt das Gespür für einen Filter, manche sehen auch einfach nicht, dass Tweets neben dem Nutzen auch Rezeptionskosten verursachen. (Richtwert: mehr als 10.000 Tweets insgesamt, wer noch nicht lange dabei ist: mehr als 100 Tweets in der Woche).

Listen:

  • volume-high für die Vieltwitterer
  • volume-low für alle anderen

Filter nach Nähe

Alle Twitterer sind gleich, aber einige kennt man, oder man hat einen Bezug (liest seit Jahren das Blog etc.), und andere kennt man nicht.

Auch hier gibt es keine direkte Relation zur Superheit der Tweets (eher im gegenteil, lol), diese ergibt sich jedoch durch den Bezug. Anyway, man will eigentlich nicht, dass der Strom aller die Tweets der friends-and-relations verdrängt.

Listen:

  • rabbits-friends-and-relations für die Bezugspersonen
  • rabbits-wood für alle anderen

Filter nach Reziprozität

Alle Twitterer sind gleich, aber manchen folgt man, aber sie folgen einem nicht, und manche folgen einem, aber man folgt ihnen nicht, und manche folgen sich gegenseitig.

Listen:

  • heroes für die, denen man folgt, die nicht zurückfolgen
  • fans für die, die einem folgen, denen man nicht folgt
  • reciprocal-affection für wechselseitiges Verfolge

Ich bin zwar kein Fan vom Auge ums Auge Prinzip (i.e. automatisches reziprokes unfollowen), aber es bietet sich doch an, die heroes Liste sauber zu halten, man sollte wissen warum man denen folgt. Wenn sie sie weder friends-and-relations sind, noch thematisch interessant, und dann auch noch high-volume, dann konsumieren sie Bandbreite, die man anders besser nützen könnte.

Und es bietet sich an, die reciprocal-fans Liste zu scannen, weil man Leute entdecken kann, deren Notification man verpasst hat. Wer einem folgt, muss ja eigentlich interessant sein.

Public Service Announcement

Ich habe Scripts für die Volume- und Reziprozitäts-Listen, kann sie also für beliebige Accounts generieren. Ping me, wenn ihr so eine Liste wollt.