Andreas Göldi ist manchmal irgendwie echt ein Anti-Haque, dachte ich in meinem Ohrensessel, als ich Smart Bundling: Was die Medienkonzerne von Microsoft lernen können las.

(nach einem crashkurs in preisdifferenzierung empfiehlt er medienkonzernen das schnüren von attraktiveren bündeln für ihre angebote; ich glaub zwar, dass das in einigen bereichen eine inkrementelle verbesserung der situation bewirken könnte, aber der ansatz an sich ist zum scheitern verurteilt, weil er sich gegen die logik des web sperrt. bündeln (die organisation aller prozesse die am ende eine zeitung, die man dann verkaufen kann, ausspucken etc.) ist ja genau die kernkompetenz der traditionellen medienkonzerne, die dann vom web untergraben wurde. das unbundling und dekonstruieren von allem in seine atomaren einzelteile mit anschliessendem, eigenen gesetzen folgenden rebundling und rekonstruieren in neue formationen und rekombinationen (memetracker, smart aggregators, usw.) ist genau die kraft, gegen die kein kontrollkraut gewachsen ist. ein ein bisschen smarteres bundlen bringt da nix, sie müssten sich eher überlegen, wie sie ihre produkte besser mit der funktionslogik des web verknüpfen. aber genau das erfordert eine moral/dna, die sie wie den beelzebub meiden, weil sie nicht mehr ausschliesslich auf sich und die sicherung ihrer interessen denken dürften. je mehr sie aber mauern, desto effizienter werden die antikörper in form von google, twitter und co.)