Paul Graham denkt sich viele schlaue Dinge. Vor allem seine Ansätze zum Startuppen, zu Venture Kapital, zu den neuen ökonomischen Gegebenheiten sind immer lesenswert. Und auch wenn man seiner Philosophie nicht unbedingt folgen muss, man sollte zumindest wissen warum man ihr nicht folgt.

Aber sein Februar Text über Identität kann echt nur von einem Programmierer stammen. Viele Diskussionen verlaufen wenig rational, weil die Menschen mit ihren Identitäten dran kleben. Wenn man so wenig ‘identisch’ wie möglich ist, kann man über Dinge klar denken, wenns alle anderen auch sind, kann man die beste Lösung für jedes Problem finden.

(seine konzeption von identity ist natürlich völlig naiv, indentität, prozesse der identitätsbildung, etc. sind unendlich komplex und jedenfalls nix, wovon es mal 10 deka mehr oder weniger geben darf oder wofür man sich mal schnell entscheiden kann, aber das interessante ist, dass er das mit der gleichen selbstverständlichkeit dahindenkt und dabei eine adhoc-theorie konstruiert, wie sonst halt auch. man kann – und es schadet nicht sich selbst ab und an daran zu erinnern – seine eigene dummheit / euphemistischer: die eigenen blinden flecken nicht sehen.)