Ein Problem für jeden ordentlichen Webbürger ist das Managen der hunderten Accounts, die man so im Laufe der Zeit anlegt. Immer wieder registriert man sich mit Username, Passwort und E-Mail Adresse, startet das Befreunden, etc. Fast immer vergisst man sie aber auch gleich wieder, doch der Ballast (Freundesrequests, Newsletter, wir-haben-schon-lang-nichts-mehr-von-dir-gehört-Mails, Spam, dortiges Gefundenwerden auf Suchmaschinen, etc.) bleibt.

Ein Lösungsansatz dafür sind diverse – offene / aka OpenID oder proprietäre – Single-SignOn Mechanismen. Nur werfen die andere Probleme auf. Man erspart sich zwar die Notwendigkeit immer wieder mit Usernamen und Passwörtern aufwarten zu müssen, aber man koppelt gleichzeitig alle Dienste an einen zentralen, was zwar bequem, aber auch sehr riskant und auch nicht unbedingt besonders wünschenswert ist.

Aber nicht alle Dienste sind gleich wichtig, gleich interessant oder gleich nützlich. Nur weiss man das erst im Nachhinein, oft schon zwei Minuten nach der Anmeldung.

Mit einem einfachen Trick kann man jedoch dem verständlichen Drang alles ausprobieren zu wollen nachkommen, ohne den eigenen Namespace zu verschmutzen:

Neue Dienste IMMER zuerst mit dummy-Daten evaluieren

Jedes wegwerfbare Email-Account reicht aus, man braucht es nur für die übliche Bestätigung, jedes beliebige Passwort will do. Ob man dann Spam bekommt, oder das Passwort erraten oder auf andere Dienste projiziert werden kann, ist egal. Merkt man nach 10 Minuten, dass es sich um einen coolen Dienst handelt, dann registriert man sich richtig, mit gutem Passwort und so oder via OpenID. Wenn nicht, weiter zum nächsten.

Achtung mit OpenID: Man sollte beim Ausprobieren gerade NICHT darauf zugreifen (was man leider immer als Hauptwertvorschlag vorgesetzt bekommt). Das letzte was man will ist, jeden spammigen Dienst around mit der eigenen Identität verknüpft zu haben. Oft lassen sich die Accounts dann nicht mal löschen.

So trivial das ist, der Effekt ist glaub ich so massiv, dass sich die ganze Grundproblematik Login mehr oder weniger erübrigt. Aus hunderten Accounts werden dutzende, die kann man dann noch immer mit jedem Trick aus dem Handbuch organisieren. Auch dann sind einige noch sicher wichtiger als andere und sollten mit etwas mehr Bedacht gehandhabt werden.

Dieses Prinzip kann man sicher auch wieder differenzieren (verschiedene Klassen und Abstufungen mit jeweils unterschiedlichen Infoflows definieren, etc.) – aber dann wird es schnell wieder kompliziert. Wenn man 90% zu managende Accounts weniger hat, reicht das in den meisten Fällen für ein glücklicheres Webleben aus.