Das Premium-Modell von Xing ist tatsächlich völlig verrückt. Es verunmöglicht 14,4 Billionen Beziehungen (400.000 premiumuser könnten alle 4 mio user kontaktieren vs. die restlichen 3,6 mio simpleuser können das nicht, auch nicht nach facetten suchen, nicht einsehen wer auf ihrem profil war, etc.).

Xing überlegt sich nicht, wie es den grösstmöglichen Netzwerkwert und/oder Nutzen für seine User erzeugen kann, sondern welche Features es beschneiden kann, um die grösstmögliche Zahl zum kostenpflichtigen Premiumstatus zu treiben. Dass sie dabei Features amputieren die unmittelbar den Systemgesamtwert tangieren ist absurd.

(es geht nicht darum, dass ihnen der erfolg recht gibt. sie nützen halt den quasimonopolstatus in dem segment in deutschland aus. auch nicht darum, dass es unanständig wäre nach features zu diskriminieren und für einige davon dann geld zu verlangen. auch nicht darum, dass die premiummitgliedschaft den spreu vom weizen der userbasis trennt. sondern darum, dass xing den hebel dafür an der netzökonomisch dümmsten stelle ansetzt. als zahlender user würde ich mich nicht darüber freuen, dass ich strukturiert suchen kann, sondern mich eher darüber ärgern, dass ich von 90% nicht gefunden werden kann)

Statement of the obvious für alle startups und grownups:

  • verschenkt, erleichtert und fördert alles was den Wert des Netzwerks steigert, was sinnvolle Verbindingen zwischen Usern herstellt, was Impulse/Aufmerksamkeiten strömen lässt.
  • macht das Geld mit Features mit hohem individuellen Nutzen, der aber den Netzwerknutzen und die Systemdynamik nicht betrifft.

(etwas fingerspitzengefühl ist auch hier gefragt, besser ist’s wenn man nicht zahlt, um knüppeln zu entgehen die einem sonst vor die beine geworfen werden, sondern wenn man weiß und schätzt wofür man bezahlt. man will passionate users und kein bauernfänger sein. es gibt viele viele möglichkeiten, auch wenn man ev. ein bisschen mehr nachdenken muss. think zeitersparnis, integration und sync mit standard tools, offline benützbarkeit, ad-free, etc.)

(bei Services ohne oder ohne starke soziale Komponente liegt die Sache etwas anders, 37signals etwa sind da als Orientierung wie man’s machen kann sicher zu empfehlen, mindmeister macht es imho auch sehr smart)