Nachtrag zu Hypenetz, Hypemachine ist ja echt die Bombe, instant Hochgenuss.

Warum wieso siehe nochmal bei Marcel, hier nur noch die Anmerkung, dass das auch sn-topographisch ein echter Geniestreich ist, der zeigt, dass man wenn man das Web ernst nimmt und hinschaut auch keinen facebook’schen social graph und noch nicht mal eine last.fm’sche Community braucht, um Intensitäten zu verdichten, weil ohnehin schon alles da ist.

Musik ist natürlich das paradigmatische Medium, bei dem sich das Web (in Form von Communities, in Form von Networks, in Form von Marktplätzen, oops: bubblegen) als Killer von allen sich von der Musikindustrie ausgedachten Produktions- und Marketingmodellen erwiesen hat, einfach deshalb, weil fast jeder an Musik Gefallen findet, der eigene Geschmack trugsicher ist und man ganz automatisch hin zum für einen persönlich intensivsten Zentrum oszilliert, auf Basis von Empfehlungen, dem was die Freunde hören, etc., wenn man einen lässt. Und das findet man ganz einfach, wenn man in einem System, das sich frei ausdifferenziert und die eingespeisten Tracks über diverse Feedbackloops schwingen lässt, den Spuren von anderen folgt und in dem System selbst mitschwingt – und nicht wenn man etwaigen Monokanälen folgt, die einem die MI mit viel Werbeaufwand vorsetzt.

Die Ineffizienz dabei – und Musik ist ein bisschen ein Sonderfall – bei den SNs ist, dass sie diesbezüglich einerseits einen Hang zu Monokulturen haben (Geschmackskluster bei last.fm) und dass andererseits die Peers nicht notwendigerweise den besten Geschmack haben (Gruppengeschmacksautopoesis bei Facebook). Bei MySpace ist das ev. noch am offensten, einfach weil sich Zehntausende Gruppen selbst immer wieder proaktiv einschleusen, aber da nimmt auch schnell wieder der Noise-Faktor zu.

Der Witz bei Hypemachine: es braucht kein social network und keinen sozialen Graphen, um jemanden an das Musiksystem anzudocken, weil die Leistung des Filterns, Verstärkens, Empfehlens usw. ein gelöstes Problem ist, und zwar von den Bloggern.

Wenn Blogs in was gut sind, dann im obsessiven Sammeln, Verstärken, Filtern. Und der Bereich Musik ist denkbar gut beackert. Und weil Musik eben so stark an Geschmack gekoppelt ist, kann der Wert der Empfehlungen eines einzigen Blogs, das mit einem geschmackskompatibel ist, riesig sein und Welten öffnen.

Jetzt gibt’s ganz offensichtlich tausende – man sehe sich nur die Liste von gescannten Blogs bei Hypemachine an – solcher potentiellen Intensitätszentren. Das Problem bis Hypemachine war das Finden bzw. der damit verbundene Informationsbeschaffungsaufwand. Hypemachine hat das im Grunde unspektakulär aber kongenial gelöst, indem es die diese Blogs aggregiert, den Zugang zu den Tracks optimiert und mit einem personalisierbaren und post-sozialen Layer versieht.