kl. Nachtrag zu Lesson

delicious ist organisch gewachsen. am anfang wurde eine kleine gruppe von geeks angesprochen, die gemerkt hat, wie effektiv es ist, wenn man seine links auch den anderen zur verfügung stellt und taggt. es gab kein geschwätz einer wissenscommunity (die dann zwangsweise erwartungen anrühren, die dann enttäuscht werden), es gab keine anleitung wie man richtig taggt, weil die feedbackschleife kurz genug war, dass man sein verhalten ganz informell anpasste, features wurden diskutiert und oft schnell implementiert. es wurde kein fang auf user gemacht, mit dem effekt dass die qualität der user hoch war (wer es gefunden hat war zwangsweise ein poweruser)

mit der zeit wurde delicious dann aber mehr und mehr auch von anderen demographien / usergruppen erschlossen, die qualität von delicious hat sich dadurch verschoben. zum einen wurde delicious auch eine quelle für nicht-technische themen, was natürlich gut ist, zum anderen wurde delicious als quelle für traffic erkennt (jetzt unter SMO bekannt) was spammer anzog, was schlecht ist, und wurde von usern adaptiert, die tags weniger effektiv benutzen, was auch schlecht ist, allerdings bleibt die masse der tags gut, wenngleich man nicht mehr alles lesen konnte, was zu einem tag kommt, delicious popular filtert die spreu vom weizen, auch die netzwerk-komponente wurde wichtig.

es gibt jedenfalls bündel von faktoren, die – jeweils unterschiedlich – gut funktionieren, wobei es übergangsphasen gibt, die weniger gut funktionieren.

ein general purpose bookmarks manager macht nach delicious jedenfalls keinen sinn, aber es entstehen dadurch möglichkeiten für spezialisierte systeme (etwa für deutsche, oder für ein thema) die vor delicious nicht funktioniert hätten, die aber sinn machen, wenn man davon ausgehen kann, dass delicious bekannt ist, die aber einen fokus haben.

ein anderer Punkt ist auch, dass unterschiedliche Benutzungsweisen von delicious nicht vorgesehen (und schon gar nicht – wieder wissenscommunity – vorgeschrieben) wurden, sondern dass delicious gerade soviel bereitstellte, das kreative hacks möglich wurden; die anwendungsfälle wuchsen emergent / organisch. delicious funktioniert entlang von mehreren achsen. nachmachende tools gehen in ihrem mission statement davon aus, dass das schon so ist.