(oder warum das Preisbloggen nicht völlig sinnlos ist.)

Mit Blogs geht es mir wie mit Photos, eigentlich gefällt mir (fast) jedes, irgendwie. Allein schon, dass es da ist, und zwar so und nicht anders, so aussieht und nicht anders, genau das drinsteht und nichts anderes, finde ich schon absolut faszinierend.

Mit welchen Blogs man dann wirklich resoniert, welche man besonders schön und/oder informativ und/oder gut geschrieben und/oder witzig und/oder konversationell und/oder wahnsinnig findet, das ist eine ganz individuelle Angelegenheit, die davon abhängt, was man selbst daraus ziehen möchte (eben wieder: eine gewisse Empfindsamkeit, oder Information, oder das Stillen eines gewissen Kommunikationsdranges, oder weil man den Blogger kennt und mag, oder was auch immer). Deshalb ist eine Art Jury-basierter Wettbewerb (wie es die Zeit gerade veranstaltet [war http://preisbloggen.zeit.de/]) unsinnig, weil die zugrundegelegten Bewertungskriterien in jedem Fall ein willkürliches (und im Falle der Zeit langweiliges) Subset sind, die dem Format Blog nicht gerecht werden.

Ein Problem mit den Blogs ist allerdings, dass man gar nicht weiß, welche es gibt und wo sie sich verstecken. Natürlich gibt es die sogenannte A-Liste, die Top 100 der Blogcharts, die Bürgermeister der jeweiligen Blogszenen. Die werden linkdemokratisch ausdifferenziert und sind es allesamt eigentlich verdienterweise, und die findet dann man auch schnell auf den Blogrollen. Aber die kleinen Perlen drängen sich nicht unbedingt auf, und da hat ein Preisbloggen durchaus seinen Wert, nicht im Auszeichnen der Klassenbesten, aber im Auflisten von Blogs, die dem jeweiligen Radar entgangen sind.

Ich habe mich jedenfalls einmal durch die ersten 80 von etwa 280 durchgeklickt und fühle mich jetzt etwas matschig in der Birne.